Weinjahr 2015
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Das Steirische Weinjahr 2017: Ende gut – sogar sehr gut!

 

Mit einfachen Worten kann die Witterung des Jahres 2017 als besonders abwechslungsreich bezeichnet werden. Zuerst wurden tiefe Winterfröste verzeichnet, gefolgt von einem frühen Austrieb der Reben –  Spätfrostgefahr inclusive -, danach folgte ein heißer, aber ausreichend feuchter Sommer. Das Ergebnis ist schließlich ein frischer, fruchtiger Jahrgang mit nicht überhöhten Alkoholgehalten, aber von insgesamt ausgezeichneter Qualität.

 

Österreichweit wurden im Jahr 2017, laut Statistik Austria, 2,5 Mio. hl Wein produziert. Die Erntemenge lag damit um 27% über der des Vorjahres und um 15% über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

 

Eine ähnliche Ertragssituation zeigte sich für die Steiermark. Mit 256.200 hl wurde eine im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höhere Weinernte erzielt, was ein Plus von 38% gegenüber dem Fünfjahresschnitt ist. Konkret heißt das, dass in der Steiermark 2017 mengenmäßig die zweitgrößte Ernte, beziehungsweise 20 Prozent mehr als im letzten Normaljahr 2015 (214.000 Hektoliter) gekeltert werden konnten.

 

Der Jänner in diesem Jahr war der kälteste seit 30 Jahren. Darauf folgten ein warmer und trockener Februar und der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Temperaturen in diesem Monat von weit über 20°C hatten zur Folge, dass schon im März bei frühen Sorten der Austrieb beobachtet werden konnte. Kühle Nächte bremsten allerdings die Geschwindigkeit des Austriebs ein wenig. Das warme Wetter hielt bis Mitte April an, bevor es in der 3. Aprilwoche wieder kalt wurde.

 

Fast auf den Tag genau wie im Jahr 2016, wurde es in der Nacht vom 20. auf den 21. April durch Aufklaren und Windstille in der gesamten Steiermark sehr kalt. Wie prognostiziert, wurden Temperaturen von bis zu -6°C in den Weingärten gemessen. Bereits in den Tagen zuvor waren die Weinbauern damit beschäftigt, die Weingärten mit unterschiedlichen Maßnahmen gegen den drohenden Frost zu schützen. Mit Vernebeln, Abdecken, Beheizen und sogar mit Hubschraubern wurde versucht, dem Frost Herr zu werden.

 

All diese Maßnahmen und die Witterung bewirkten, dass der Steirische Wein „mit einem blauen Auge“ davon kommen konnte. Schätzungen zufolge rechnete man ja bereits mit Schäden von etwa 15 Prozent. Nach einem lang ersehnten Regen Ende April war die Witterung im Mai eher wechselhaft. Niederschläge und milde Temperaturen bewirkten ein flottes Wachstum in den Weingärten, sodass die Rebblüte Anfang Juni in kurzer Zeit ohne merkbare Verrieselungsschäden abgeschlossen war.

 

Juli und August waren von extremer Hitze aber auch von Gewittern mit Hagel geprägt. Insgesamt gab es fünf Hitzewellen mit Temperaturen über 35°C. Zu große Trockenheit wurde aber verhindert durch immer wieder einsetzende, regional sehr unterschiedliche Niederschläge. So konnten sich die Weingärten und auch Junganlagen in diesem Jahr optimal präsentieren, auch wenn immer wieder Gewitter mit Hagelschauern und kräftigen Sturmböen in den Sommermonaten hereinbrachen. Im September erfolgte ein markanter Wetterumschwung. Durch eine Nässeperiode Mitte September mussten zwar die bereits begonnenen Leseaktivitäten unterbrochen werden, in der folgenden kühlen und sonnigen Witterungsperiode konnte die Ernte dann aber zügig, meist noch im September abgeschlossen werden. Qualitativ wird sich der 2017er zu einem „Großen Jahrgang“, der den Konsumenten viel Frucht und Trinkspaß schenken wird, entwickeln. Schon jetzt ist auch die besondere Lagerfähigkeit des Jahrganges zu erahnen.

 

 

 

 

 

Ing. Werner Luttenberger

Geschäftsführer Wein Steiermark

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