Weinjahr 2013
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Das steirische Weinjahr 2013

Aufgrund der diesjährigen Witterung kann das Jahr 2013 als „Rekordjahr“ bezeichnet werden. Noch nie waren die Gegensätze von Niederschlag und Trockenheit so groß wie 2013. Nachfolgend der Witterungsverlauf im Detail.

Die Wintermonate waren im Weinbaugebiet der Steiermark ziemlich feucht. So hat es in einigen Gebieten um 74% mehr geregnet als im Mittel. Da die Temperaturen in den Monaten Jänner und Februar eher frostig waren, fiel der Niederschlag oft in Form von Schnee. Allein im Monat Februar gab es in Bad Radkersburg 109 cm an Schnee.

Auch der März und die ersten Tage im April waren eindeutig zu kalt und zu feucht. In manchen Gebieten hat es sogar um Ostern noch Schneefall gegeben. Wärmer und trockener wurde es dann ab Mitte April. Temperaturen von bis zu 25°C ließen das Knospenschwellen der Reben und den nachfolgenden Austrieb zügig voran gehen.

Anfang Mai war dann auch schon wieder Schluss mit den wärmeren und trockenen Tagen. Der Mai im Jahr 2013 war der fünf nasseste Mai seit den letzten 156 Jahren. Auch die Sonne hat sich um 20% weniger gezeigt als im Mittel. Diese Witterungsbedingungen haben sich auch auf die Entwicklung der Reben maßgeblich ausgewirkt, sodass die Rebblüte um etwa 10 Tage später einsetzte als im rekordverdächtig frühen Jahr 2012.

Die Rebblüte, um Mitte Juni, war geprägt von der ersten Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen von bis zu 35°C. Die hohen Temperaturen führten in manchen Lagen zu Verrieselungen, wobei die Sorten Sauvignon blanc und Weißburgunder am häufigsten geschädigt worden sind. Auch Pilzkrankheiten hatten in dieser Phase optimale Bedingungen zur Entwicklung vorgefunden.

Der Sommermonat Juli war geprägt von extremer Hitze und Trockenheit. Im ganzen Monat wurden keine nennenswerten Niederschläge verzeichnet. Auch die Sonnenscheindauer erzielte einen neuen Rekordwert von 364 Stunden in Feldbach.

Die Hitzewelle hielt bis Mitte August an wobei der Höhepunkt am 8. August 2013 in Wagna bei Leibnitz mit 39,7°C gemessen worden ist. Mit dem Ende der Hitzewelle gab es dann in der Steiermark auch einige Gewitter wobei die Niederschlagsmengen sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Jedoch konnte in Summe das Niederschlagsdefizit in den Weinbergen ausgeglichen werden. Die Weingärten präsentierten sich rasch wieder in typisch grüner Farbe.

Mit dem Normalisieren der Temperaturen und durch die kühlen Nächte zu Reifebeginn konnten die Trauben teilweise noch an Gewicht zunehmen. Auch die Zucker- und Aromabildung setzte rasant ein. Gleichzeitig ging der Säuregehalt in den reifenden Trauben langsamer zurück, sodass sich die Beeren knackig und fruchtig präsentierten.

 

Wie schmeckt der steirische Wein 2013?

Die Lese, welche in der zweiten Septemberwoche einsetzte, war zwar mehrere Male durch kurze Regenperioden unterbrochen, jedoch konnte der Großteil der Trauben durch gezielte Lesetermine und Vorlesen in gesundem Zustand in die Keller gebracht werden. Niedrige Einzelstockerträge und viel Sonne bewirkten eine tolle physiologische Reife, die sich in außergewöhnlicher Fruchtausprägung im Glas widerspiegeln. Die etwas höheren Säuregehalte der Trauben waren Garant für eine saubere Gärung.

Die ersten klassisch ausgebauten Weine des Jahrganges 2013 zeigen sich von einer sehr typisch steirischen Seite. Sie haben meist eine frische, helle Farbe, mit klaren ausdrucksstarken Sortenmerkmalen die selbst in Cuveés die teilhabenden Sortenanteile verraten. Intensive Muskataromen, frisch lebendige Kernobstaromen wir Apfel, Birne aber auch exotische Citrusnoten welche durch kühle Nachttemperaturen während der Reifezeit sehr stark ausgebildet und gefördert wurden, prägen die primäre Sortenaromatik bei den meisten Jungweinen. Leichtigkeit und Trinkvergnügen kommen in erster Linie von der stabilen, ausgewogenen aber auch reifen Säurestruktur die den Weinen ein starkes Rückgrat verleiht. Als pikant würzig kann die Gerbstoff-Säurestruktur am Gaumen beschrieben werden, welche die teilweise ungleiche Reife der innerhalb der Trauben wiederspiegelt und gerade dadurch ein breites Geruchs- und Geschmackserlebnis bereitet.

Die klassisch ausgebauten Sorten wie Welschriesling, Schilcher, frische Burgunder und Muskateller präsentieren sich mit enorm viel Frucht und zeigen die typische steirischen Vorzüge. Sie sind animierend, ausgewogen und sind mit einem guten Körper ausgestattet.

Bei später geernteten Trauben ist der heiße und  trockene Sommer teils durch kräftigere Alkoholgehalte erkennbar. Wegen der längeren Ausbauzeit auf der Hefe wirken auch diese Weine rund, stoffig und niemals vordergründig alkoholisch. Hier wären insbesondere die Weine der Burgundergruppe (Weißburgunder, Morillon und Grauburgunder), aber auch die hochreif geernteten Trauben der Sorten wie Sauvignon blanc und Traminer zu erwähnen, die bereits jetzt eine sehr bekömmliche Säure und eine tolle Dichte und Fülligkeit haben. Das weist auf lange Lagerfähigkeit hin. Daher werden uns gerade diese Vertreter des Jahrganges 2013 werden noch viel Freude bereiten.

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