Weinjahr 2011
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Das steirische Weinjahr 2011

Die Belohnung für die Mühen der beiden letzten Jahre

Nach den zwei kleinen Ernten in den Jahren 2009 (155.700 hl) und 2010 (177.000 hl) hofften die steirischen Weinbauern auf eine gute Ernte. Die Natur hat im Weinjahr 2011 diese Mindererträge in quantitativer und auch qualitativer Sicht ausgeglichen. Man könnte meinen der Jahrgang 2011 ist die Belohnung für die Mühen der beiden letzten Jahre. Während der Lese herrschte Freude über gesunde, reife Trauben.

Ein zeitiges Frühjahr mit extrem frühem Blütebeginn und ein Sommer, der nach kühlerem Beginn weit in den September andauerte prägten den neuen Jahrgang.

Der Witterungsverlauf im Detail

Zeitiges Frühjahr

Die Wintermonate waren schneearm. Bereits der Jänner war im Süden um 2 Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt. Bis Ende März setzte sich ein stetiger Temperaturanstieg kontinuierlich mit viel Sonne fort, so dass bereits Mitte und Ende März erstmals 20° C gemessen werden konnten. Es war der sonnigste März seit 1953 und es fielen in diesem Zeitraum auch ausreichend Niederschläge. Ab 5. April begann der heuer gleichmäßige Austrieb der Reben.

Flotte Rebentwicklung – keine Frostschäden –  frühe Blüte

Der April war der drittwärmste seit 1800 und der zweitsonnigste seit 1908, dem Beginn der Aufzeichnungen. Und es war der dritte extrem warme April in den letzten fünf Jahren. Der Monat Mai brachte nach langem wieder einigermaßen ausgeglichene Niederschlagsmengen aber trotzdem viel Sonne, obwohl es zu Monatsbeginn knapp ein Frostproblem gegeben hätte. Die für die Reben sehr guten Wachstumsbedingungen führten zu rekordverdächtig frühem Blütebeginn um den 25. Mai! Mit einem kontinuierlichen Temperaturanstieg und den ersten Tropentagen im Juni setzte sich die positive Entwicklung fort.

Im Sommer  zu Beginn kühl, später viel Sonne

Den moderaten Sommertemperaturen zu Julibeginn, folgte eher herbstliches Wetter in der zweiten Julihälfte, bevor dann der eigentliche Sommer startete. Jetzt war viel Geschick bei den Arbeiten im Weinberg gefragt, denn bei solch wechselnden Witterungsbedingungen war bestes fachliches Wissen Voraussetzung für die Entscheidung ob und wenn ja wann Trauben freigestellt werden durften. Die Hitzewelle (+2,5 °C über dem Durchschnitt) im August, bis zu 40 Prozent mehr Sonnenschein und die ausreichenden Niederschläge förderten die Entwicklung der Beerenreife enorm.

Ein Bilderbuchherbst

Bereits im August, zu Beginn der Reifephase, konnten angenehme Nacht-temperaturen beobachtet werden, die für die Entwicklung der Fruchtaromen besonders positiv waren. Die Folge war eine optimale Aromaausprägung die perfekt für alle Rebsorten war. Dieser September war der wärmste seit es Wetter-aufzeichnungen gibt.

Freuen konnten sich die Weinbauern jedenfalls über absolut gesunde Trauben. Denn nur aus den besten Trauben kann bester Wein entstehen!

Was kann der steirische Wein 2011?

Die Jungweine des Jahrgangs 2011 haben viel und ausdrucksstarke Aromatik, sind wunderbar harmonisch, ausbalanciert und zeigen frische, kühle aber auch animierende Aromen. Wobei die frühen Lesen eher grüne Apfelnoten mit knackiger Säure zeigen, während später geerntete Trauben, reife, volle und würzige Weine ergeben. Und immer ist die Säure ist ausreichend vorhanden, gut abgepuffert und harmonisch.

Die ersten der klassisch ausgebauten steirischen Weine wurden gerade in Flaschen gefüllt. Verkostungen der Sorten Welschriesling und Schilcher zeigen viel Fruchtausprägung. Die Weine haben im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren mehr Fülle und Reifearomen, ohne die Frische der Säure verloren zu haben.

Bei Weißburgunder und Morillon hat sich das Zuwarten mit der Lese besonders gelohnt. Neben reifen Walnusstönen, die besonders den Weißburgunder auszeichnen, gibt es auch Weine mit Anklängen an exotische Früchte insbesondere bei der Sorte Morillon. Spät geerntete Burgunderweine sind kräftig, wuchtig mit feiner Struktur am Gaumen und zeigen jetzt schon großes Lagerpotential.

Die hochreifenden und duftintensiven Sorten wie Sauvignon blanc und Traminer sind vielschichtig und meist von toller Würzigkeit getragen. Spät geerntete Vertreter der beiden Rebsorten sind kräftig vom Alkohol, intensiv aromatisch und mit langer Lagerfähigkeit ausgestattet.

Die Vertreter der Sorte Gelber Muskateller konnten lange am Rebstock reifen und erinnern im Bukett stark an Melisse und Holunderblüten. Sie widerspiegeln frische Frucht und sind am Gaumen durch Saftigkeit und Traubigkeit geprägt.

Resümee

Der 2011er ist ein Jahrgang der von hoher Reife getragen ist. Gegenüber dem letzten Jahrgang, wo Frische und Leichtigkeit dominierten ist der 2011 ein Jahrgang der von hoher Reife getragen ist und noch lange viel Freude bereiten wird.

Weinbaudirektor Ing. Werner Luttenberger

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