Weinjahr 2009
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Das steirische Weinjahr 2009

Kühle Wintertemperaturen mit reichlichen Niederschlägen, ein  warmes, eher trockenes Frühjahr, ein kühler und feuchter Juni, mit  warmen Sommertemperaturen aber vielen Niederschlägen und ein regenreicher Septemberbeginn mit anschließend sommerlichen Temperaturen bis in den Oktober prägten das Weinjahr.

Die Wintermonate waren gegenüber letztes Jahr sehr niederschlagsreich. Besonders im Jänner fiel teilweise die dreifache Menge. Die Temperaturen waren in diesem Zeitraum auch eher kühl. Bei den Reben war somit absolute Winterruhe angesagt.

Anfang April leitete eine trockene Witterung mit schlagartig gestiegenen Temperaturen in der Karwoche den Rebaustrieb ein. Die gut wassergesättigten Böden beschleunigten die Entwicklung. Der Monat April war mit Durchschnittstemperaturen zwischen + 3,5 bis + 4,5 °Celsius gegenüber dem langjährigen Durchschnitt herausragend. Angetrieben durch hohe Temperaturen, die tagsüber beinahe laufend die 20°C Marke überschritten führten zu einem regelmäßigen Austrieb.

Die Rebentwicklung wurde in der ersten Maihälfte durch trockenes warmes Wetter beschleunigt. Ab Monatsmitte fielen größere Niederschlagsmengen. Die anhaltend hohen Temperaturen (im Durchschnitt + 1,5 bis 2,5 ° C) beschleunigten die Entwicklung der Reben nochmals, so dass die Rebblüte rekordverdächtig früh, bereits in den letzten Maitagen einsetzte. Der Beginn der Rebblüte war somit um 2 Wochen früher als in einem Normaljahr.

Die Entwicklung im Juni war von Anfang an durch kühle Temperaturen geprägt. Das genau in der empfindlichen Phase der Rebblüte. Die ab Monatsmitte dazugekommenen großen Regenmengen führten, wie die Weinbauernschaft nach Blühende feststellen musste, zu deutlichen Verrieselungsschäden. Zum Teil standen ganze Rebstöcke ohne Trauben da. Leider ereigneten sich in diesem Zeitraum auch massive Gewitter mit Hagelschlägen, die bei einzelnen Weingärten zu Totalausfällen führten.

Die feuchten Witterungsbedingungen setzten sich bis Mitte Juli fort. Bei überdurchschnittlich hohen Tagestemperaturen entstand leider auch noch hoher Pilzdruck, aber auch eine schnelle weitere Entwicklung in den Rebanlagen. Die Temperaturen lagen in diesem Monat zwischen 0,5 und 1,5° C über dem langjährigen Durchschnitt und bewirkten rasantes Trieb- und Beerenwachstum. Das Stadium des Traubenschlusses wurde Mitte Juli erreicht. Ab diesem Zeitpunkt setzte auch hochsommerliches Wetter ein, welches bis Ende August anhielt. Unterbrochen wurde die Phase der hohen Temperaturen nur kurzfristig durch Gewitterregen, die insbesondere in der Südoststeiermark bis zu 200 % des Normalwertes erreichten.

Die regnerische Zeit bei überdurchschnittlichen Temperaturen hielt bis Mitte September an. Von da an war spätsommerliches, trockenes Wetter vorherrschend. Die Reife der Trauben schritt ab diesem Zeitpunkt rasch voran, so dass ab der 3. Septemberwoche die Lese für den Junker beginnen konnte.

Weinbaudirektor Ing. Werner Luttenberger

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