Weinjahr 2006
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Das steirische Weinjahr 2006

Der Weinjahrgang war auch heuer wieder geprägt durch die besondere und für den Weinanbau günstige Witterungssituation. So meldete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Regionalstelle Steiermark, dass die Monate April bis September im Durchschnitt um 1 Grad wärmer waren.

Feststellen mussten wir aber das extreme Wettersituationen gehäuft auftraten. So zum Beispiel war der Juni zu Beginn noch sehr kalt. Es bestand Frostgefahr in den Weingärten.  Ende des Monats herrschte bereits extreme Hitze. Seit 1859 war kein Juli mehr so heiß. Es gab  kaum Regen, dafür aber viel Sonnenschein. Nach dem verregneten und zu kühlen August bescherte uns der September nochmals spätsommerliches, mildes und sehr beständiges Wetter.

Die Niederschlagsmengen fielen in der Vegetationszeit im Durchschnitt annähernd normal aus, allerdings sind nicht alle Weinberge von Hagelunwettern verschont geblieben. Die Sonne meinte es mit unseren Reben sehr gut. Um bis zu 15 % mehr Sonnenstunden konnten verzeichnet werden. Einzig der sonnenarme und verregnete August verhinderte eine noch höhere, positive Abweichung der Sonnenstunden.

Der Witterungsverlauf im Detail

Normale Frühjahrswitterung
Bis März hatte uns der Winter mit letzten Schneefällen versorgt – gleichzeitig aber auch die Bodenwasserspeicher aufgefüllt. Das Wetter zum Zeitpunkt des Austriebs im April lag um etwa 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel und kann als mild bezeichnet werden.  Der Austrieb der Reben begann wie üblich gegen Ende April. Der Mai begann mit durchschnittlichen Temperaturen und viel Sonne. Wer glaubte, dass in kurzer Zeit Sommerwetter folgen würde, wurde eines besseren belehrt. Die zweite Monatshälfte war wechselhaft, die Temperaturen oft niedriger. Häufige Niederschläge auch Gewitter verhinderte, dass die Rebblüte einsetzen konnte.  Zum Monatsende kühlte es nochmals kräftig ab und es regnete stark.

Gleichmäßiger Austrieb aber verzögerte Rebblüte
Der Juni begann sehr kühl. Dabei waren die Temperaturen so tief, dass fast Spätfrostschäden in den Weingärten drohten. Ab der zweiten Juniwoche gab es verbreitet  Hitze und viel Sonne. Gleichzeitig begannen alle Rebsorten fast gleichzeitig zu blühen. Zu dieser Zeit war die Entwicklung der Reben um eine Woche bis 10 Tage gegenüber dem Vorjahr im Rückstand.  Durch hohe Temperaturen und optimale Wasserversorgung bevorzugt war die Rebblüte sehr kurz und ohne nennenswerte Verrieselungsschäden. Bereits jetzt war ein Teil des Entwicklungsrückstandes aufgeholt.

Viel Sommersonne  förderte die Rebentwicklung
Die im Juni einsetzende Hitzeperiode setzte sich im Juli fort. Die ZAMG verzeichnete mit 13 Tropentagen (Höchsttemperatur über 30 Grad Celsius) einen Rekord. Viel Sonne und wenig Niederschlag rundeten den Monat ab. Diese Schönwetterphase hat den Entwicklungsrückstand aus dem Frühjahr mehr als ausgeglichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung unter den Weinbauern sehr positiv. Die Niederschläge vom Frühjahr konnten den Reben als willkommene Reserve dienen. Daher wurde die rasante Rebentwicklung fortgesetzt. Obwohl der August wettermäßig genau das Gegenteil vom  Juli war (viel Regen und wenig Sonne) Schritt aufgrund der doch annähernd normalen Temperaturen die Entwicklung in üblicher Geschwindigkeit voran. Mit gezielten Laubarbeitsmaßnahmen wurden von den Weinbauern jetzt die Weichen für eine qualitativ hochwertige Ernte gestellt. Das Freistellen der Traubenzone, zur besseren Abtrocknung und das Ausdünnen der Trauben wurde konsequent durchgeführt, um die Qualität der Trauben noch zu verbessern.

Herbst mit Sommertemperaturen
Nach den Niederschlägen des August war ausreichend Feuchtigkeit in den Böden vorhanden. Zu diesem Zeitpunkt fehlte nur mehr die Sonne zur Reife der Trauben. Die Weingärten präsentieren sich  zu diesem Zeitpunkt in hervorragendem Zustand. Gesunde, junge, aktive Blattmasse und Trauben im traumhaften Zustand fand man in steirischen Weingärten. Die Schönwetterperiode trieb die Reifegradationen in noch nie da gewesener Geschwindigkeit nach oben.  Nur ein verregnetes Wochenende trübte den Sonnenschein im September. In der dritten Septemberwoche wurde mit der Ernte des steirischen Junker begonnen.

Wie wird der steirische Junker 2006

Der Herbst 2006, mit hohen Tagestemperaturen und kühlen Nächten ließ die Trauben besonders typisch steirisch reifen. Verkostungen von Beeren zeigten eine bislang nur ganz selten  da gewesene Fruchtausprägung. Die Weine werden heuer gegenüber dem Vorjahr etwas kräftiger, fruchtiger und körperreicher sein. Bereits Ende September gärte der Junker in den steirischen Weinkellern. Durch den Präsentationstermin 8. November haben die Junker etwas Zeit sich entsprechend ausbauen zu können.

Am Mittwoch vor Martini erwarten wir einen fruchtbetonten steirischen Jungwein, der auch heuer wieder frisch und animierend am Gaumen sein wird. Die strengen Junker-Richtlinien garantieren, dass viele Weinfreunde zu Martini und auch darüber hinaus bis in den Fasching begeistert sein werden.

Weinbaudirektor Ing. Werner Luttenberger

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