Weinjahr 2002
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Das steirische Weinjahr 2002

Warmes und trockenes Frühjahr

Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt war es 2002 von Jänner bis März milder, aber auch trockener. So fielen beispielsweise im Leibnitzer Raum im März 2002 um 49 mm (49 Liter pro m2) weniger Niederschläge. Gleichzeitig waren die durchschnittlichen Temperaturen im Februar um 4,1°C höher. Durch den allgemein milden Witterungsverlauf war der Austrieb folglich sehr gleichmäßig. Mit Ausnahme des Monats April setzte sich warmes Hochdruckwetter durch, welches das Niederschlagsdefizit noch verstärkte. Die Niederschlagsstatistik im Leibnitzer Raum weist beispielsweise für Mai ein Minus von 40 mm und im Juni ein Minus von 64 mm aus. Gleichzeitig waren die durchschnittlichen Temperaturen im Mai um 3,2°C und im Juni um 3,6°C höher.

Sommer

Frühe Blüte – Trauben entwickelten sich rasch. Diese außer-gewöhnlichen klimatischen Bedingungen bewirkten, dass die Rebentwicklung zügig voranschritt: Bereits Anfang Juni begann die Rebblüte. Außerdem bewirkten die hohen Junitemperaturen eine sehr kurze Blütezeit. Junganlagen und nicht so tief verwurzelte Weingärten auf trockenen und durchlässigen Böden spürten die Trockenheit etwas. Zu bleibenden Trockenschäden kam es erfreulicherweise aber nicht.

Später Augustregen

Von August bis Oktober regnete es schließlich überdurchschnittlich viel, wobei der ersehnte Regen zur Reifezeit einsetzte. Bei der Ernte mussten die Trauben folglich genau ausgelesen werden. Auch die Temperaturen waren höher als im langjährigen Mittel. Durch die Niederschläge kam es zu hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Dies begünstigte das Aroma der Steirerweine.

Um den optimalen Lesezeitpunkt zu bestimmen, war die exakte Beobachtung des Reifeverlaufes durch Zucker-Säuremessungen und die Bestimmung der physiologischen Reife unumgänglich. Niederschlagspausen mussten optimal für die Lese genutzt werden.

Wie mundet der Jahrgang?

Die früh gelesenen jungen Weine sind sortentypisch, frisch und von einer lebendigen Säure getragen. Besondere Trinkfreude werden die Weinfreunde heuer an den Sorten Welschriesling, Schilcher, Muskateller und Sauvignon haben. Diese sind insbesondere im klassisch steirischen Stil ausgebaut.

Weine von später gelesenen Trauben sind intensiv aromatisch. Der spätere Lesetermin brachte insbesondere bei Weißburgunder, Morillon, Traminer aber auch bei den Rotweinsorten fülligere, kräftigere und bereits jetzt schon ausgewogene Weine.

Weinbaudirektor Ing. Werner Luttenberger

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