Weinglas

Das steirische Weinjahr 2014

Aufgrund der extremen Wetterkapriolen muss das Jahr 2014 als arbeitsintensives Jahr bezeichnet werden. Die frühe Entwicklung der Reben bis hin zum Reifebeginn in Kombination mit Extremniederschlägen forderte wesentlich mehr Arbeitsaufwand in den Rebbergen. Nachfolgend der Witterungsverlauf im Detail.

Trockener Jänner, nasser Februar. Nach einem trockenen, niederschlagsarmen und milden Jänner, der allerdings wenig Sonnenstunden aufwies, folgte ein eher milder aber mit sehr hohen Regenmengen ausgestatteter Februar. Das eher trübe nebelige Wetter setzte sich fort.

Warmer März. Der Monat März zeigte sich allerdings von seiner sonnigen Seite. Es war der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die weit unterdurchschnittlichen Regenmengen waren für die Rebentwicklung nicht von Bedeutung, weil bereits im Vormonat die Bodenwasserspeicher aufgefüllt wurden. Durch die hohen Temperaturen, oft über 20°C, und wegen der vielen Sonnenstunden konnte Ende März in einigen Anlagen ein sehr früheres Knospenschwellen beobachtet werden. Der Austrieb war in einigen Anlagen sehr ungleichmäßig. Auch wurden Anlagen, bevorzugt Burgundersorten, besonders im Bereich von Waldrändern durch Raupen von Eulenraupe und Rhombenspanner geschädigt. Ein so frühes Austreiben der Reben konnte bisher in steirischen Weingärten nicht beobachtet werden. Gleichzeitig stieg die Sorge um Ernteverluste, besteht doch immer bis Anfang Mai hohe Spätfrostgefahr.

Unbeständiger April: Entwicklungsvorsprung von zwei bis drei Wochen. Der April wurde seinem Ruf als unbeständiger Wettermonat im Jahr 2014 besonders gerecht. Es gab nicht viele Tage, an denen es nicht geregnet hat. Meist waren es gewittrige Regenschauer. Die Temperaturen blieben trotzdem eher hoch. Das Wachstum der Reben ging zügig voran und führte einem Entwicklungsvorsprung von rund zwei bis drei Wochen gegenüber dem Vorjahr.

Rebblüte schon ab Ende Mai. Die unbeständige Witterungsphase hielt bis Mitte Mai an. Mitte Mai stagnierte das Wachstum der Reben noch einmal wegen der niedrigen Temperaturen. Der Entwicklungsvorsprung wurde bis auf rund eine Woche ausgeglichen. Der Krankheitsdruck war wegen der kühlen Nächte gering. Ende Mai Anfang Juni stiegen dann wieder die Temperaturen. Die Rebblüte setzte in frühen Lagen bereits Ende Mai ein und wurde wegen der anhaltend hohen Temperaturen rasch abgeschlossen. Zum Pfingstwochenende wurden an einigen Tagen bis zu 35°C gemessen. Ein frühes Jahr zeichnete sich ab. Die Tropentage um den 10. Juni ließen fast schon wieder ein Trockenjahr wie 2013 erwarten.

Juli und August waren sehr wechselhaft. Besonders im August stieg die Niederschlagsintensität an. Eine Schönwetterperiode konnte sich nicht durchsetzen, was vor allem auch auf den Krankheitsdruck Auswirkungen hatte. In dieser Phase konnten notwendige Pflegemaßnahmen aufgrund der schlechten Befahrbarkeit der Weingarten nicht immer zeitgerecht erfolgen. Durch mehr als reichlich gefallene Niederschläge und der warmen Temperaturen konnten sich und Krankheiten sehr gut entwickeln.

Viel Handarbeit, konsequentes Auslesen. Auch der September war außerordentlich trüb und nass. Insbesondere die beiden ersten Wochen des Monats bewirkten wegen der massiven Regenschauer Ernteverluste. Aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse in der Reifephase, kam es zu vielen Problemen in den Weingärten wie z.B. Rutschungen, Unbefahrbarkeit der meisten Lagen und stagnierende Zuckerbildung. Ebenso wurde der Säureabbau in den Beeren verlangsamt und verschiedene Fäulnisarten machten sich im Weingarten bemerkbar. Daraus resultierte langes, banges Zuwarten mit der Lese, aber auch enorm viel Arbeitseinsatz bei Vor- und Hauptlese durch konsequentes Auslesen. Die Hauptlese dauerte meist bis Mitte Oktober an. Die herbeigesehnte Schönwetterphase kam spät, aber Weinbauern, die mit der Lese zuwarteten wurden zumindest teilweise entschädigt.

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